Wild campen oder doch lieber auf dem Campingplatz zelten?

Viele von uns, träumen von Abenteuer!
Mitten in der Natur das Zelt aufbauen, den Ausblick und die Ruhe genießen und abends am Lagerfeuer den Sternenhimmel bewundern. Die Grillen zirpen und hin und wieder fliegt ein Glühwürmchen vorbei. Das wäre doch klasse!

Aber ist wildes campen eigentlich erlaubt?

Leider ist in den meisten Ländern Europas das Zelten in der freien Natur nicht gestattet. Nur in nördlichen Ländern, wie Schweden und Norwegen, ist es auf Grund des Jeder-Manns-Rechts, gestattet. In Dänemark ist es generell verboten, eine Ausnahme sind die sogenannten Naturlagerplätze.
In England ist es auch verboten. In Deutschland, Irland und Schottland ist es bedingt erlaubt.
Im Mittelmeerraum, in  Spanien, Frankreich und Italien, ist es generell verboten und wird mit Geldbußen bestraft.
In Nationalsparks Frankreichs und Deutschlands und auch in den Alpen, ist das Biwakieren (Nachtlager errichten von 19.00 bis 9.00 Uhr) unter gewissen Voraussetzungen erlaubt. Kann die nächste Hütte oder Campingplatz nicht mehr erreicht werden, besteht die Möglichkeit, vor Einbruch der Dunkelheit das Zelt zu errichten. (Bitte nähere Informationen vorab einholen)

Trotzdem liest man in Outdoor-Blogs und in vielen Reiseberichten, dass Reisende viele positive Erfahrungen gemacht haben, wenn Sie Bauern oder Waldbesitzer freundlich um Erlaubnis gefragt haben. Auf Privatgrundstücken sollte generell um Erlaubnis gefragt werden.
So kann man oft einen Platz für sein Zelt für eine Nacht finden, auch in Ländern, wo es prinzipiell verboten ist.

Ein Sprichwort besagt: „Wo keine Kläger ist, ist auch kein Richter“. In sehr menschenleeren Gegenden, wird man wahrscheinlich überhaupt nicht entdeckt und muss somit auch nicht mit einer Strafe oder Maßregelung rechnen, aber jeder soll für sich selbst entscheiden, wie viel Abenteuer er will.
 
Generell ist vor der Planung einer Tour, ein genaues recherchieren notwendig. Es gibt die unterschiedlichsten Regeln und Ausnahmen, je nach Region und Land. Meistens sind Gesetzeshüter exakter in der Überwachung in Tourismus-Hochburgen und an Stränden, als in ruhigen Gegenden. Häufig findet man Aussagen und Empfehlungen, wo man Zelten darf, auch in guten, ausführlichen Reiseführern wie Lonely Planet, Reise Knowhow oder bei ähnlichen Verlagen.

Der Vorteil beim wild campen ist sicherlich, dass man seine Route nicht von klassischen Stationen, wie Hütten, Pensionen oder Campingplätze abhängig planen muss. Man sollte jedoch bedenken, dass immer wieder die Möglichkeit besteht, seine Flüssigkeitsreserven aufzufüllen. 

Was gibt es zu beachten, beim Zelten in der freien Natur?

Bei der Wahl des Zeltplatzes ist darauf zu achten, dass das Zelt nicht in einer Grube oder Vertiefung steht. Bei starkem Regen könnte Wasser sich sammeln und auch ein geringes Gefälle herunterlaufen und so Dein Innenzeltboden überfluten.
Halte genügend Abstand von einem See oder Bach, der sich bei starken Regen ausdehnen könnte.
Bedenke, dass sich das Wetter in den Bergen schnell ändern kann. Lieber beim Aufbau das Zelt ordentlich mit Leinen abspannen, als nachts raus zu müssen und nach zu arbeiten.
Auch ist darauf zu achten, dass die Fläche möglichst frei von Steinen, Ästen oder anderen scharfkantigen Gegenstände ist.
Ein Zeltplatz unter Bäume ist nicht ratsam. Viele Bäume harzen und verdrecken so dein Zelt. Harzflecken lassen sich nicht mehr vom Zeltstoff lösen. Von den Ästen und Blätter gehen oft große Tropfen auf das Zelt nieder, die deutlich lauter sind als normaler Regen. Auch nach dem Regenschauer tropft es noch einige Zeit weiter.
Bei heftigem Wind hat schon manch herab stürzender Ast ein Zelt beschädigt.

Ein offenes Feuer sollte man nur da machen, wo es erlaubt ist. Jedoch sorgt man für mehr Aufsehen, und läuft Gefahr beim wild campen entdeckt zu werden.
Man sollte niemals im Wald oder auf brennbarem Untergrund ein Feuer entzünden. Sollte man eine sichere Stelle für ein Feuer finden, sticht man am besten mit einem Klappspaten großzügig die Grasnarbe ab und legt Steine als Begrenzung drum herum. Am nächsten Morgen sollte man die Asche oder Glut mit Wasser löschen. Nach dem Erlöschen, die Feuerstelle wieder mit Erde und der abgestochene Grasnarbe bedecken.

Es gilt immer der Grundsatz: “Take nothing but photographs, leave nothing but footprints” - übersetzt: “Nimm nichts außer Fotos und lass nichts außer Fußspuren zurück”.
Dies gilt natürlich auch bei jeder Rast!

Auch auf Campingplätze erlebt man tolle Momente:

Es gibt aber auch viele tolle Campingplätze mit schönen Stellflächen für Dein Zelt.
In Frankreich gibt es zum Beispiel Plätze mit der Bezeichnung: „Camping Municipal“. Diese haben oft keine klassischen Parzellen, sind dafür aber meistens günstig. Sie sind einfach und haben nur wenig Komfort, aber vielleicht gerade wegen dem, besitzen Sie viel Charme.

Neben den klassischen Outdoor-Reiseführern, kann man sich auch in speziellen Campingführern, wie dem ADAC Campingführer, gut vorinformieren. Sie haben über 5000 Campingplätze beschrieben.
Alternativ zum Zelten in der freien Natur, schwören einige Outdoor-Begeisterte auf kleine, familiengeführte Campingplätze, anstatt große Campingplätze mit Animation und Pool.  Solche Plätze findet man gerade in Bergregionen, an kleineren Seen oder in der Nähe von Nationalparks.
Gerade wer außerhalb der Hauptsaison campt, bekommt schöne Plätze für sein Zelt zur Auswahl.
Oft trifft man auf Campingplätze auch Gleichgesinnte. Wichtige Informationen und Reiseempfehlungen werden gerne ausgetauscht und viele Reisebekanntschaften und spätere Freundschaften haben hier ihren Ursprung gefunden.
Selbstverständlich gilt auch auf dem Campingplatz, vor dem Aufbau, den Platz genau abzusuchen und scharfkantige Gegenstände wie Steine, Äste, Dornen oder Scherben zu entfernen.

Und im Anschluss sitzt Du abends vor dem Zelt und genießt den Blick in den Sternenhimmel.